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Grafik Social Media und SEO

In welcher Beziehung steht Social Media zu SEO?

Jedes Unternehmen sollte mindestens ein Social Media Profil haben und dieses auch pflegen. Wir sind im Jahr 2016, da sollte das nicht die Ausnahme sein, sondern die Regel. Nicht jeder versteht, welchen Stellenwert der Social Media Auftritt eigentlich hat. Wenn ein Kunde zu uns kommt – ich nenne ihn jetzt Herr Mayer – der eine neue, schöne und funktionstüchtige Website besitzt, denkt er sich oft, dass er damit sofort in den Google Suchergebnissen zu finden sein wird. Dem ist aber meistens nicht so. Es spielen nämlich viele Faktoren beim Aufscheinen in den Google Ergebnissen eine zentrale Rolle. Auf Social Media wird oftmals vergessen. Aber wie können Social Media Kanäle zur Google Sichtbarkeit beitragen?

Im ersten Schritt habe ich die Website von Herrn Mayers Unternehmen analysiert und SEO technisch optimiert. Ich habe die SEO Basics durchgeführt: mir die Performance angeschaut, die Codestruktur, die Headlines, die URLs, die Meta-Tags und die Description. Soweit so gut. Die Website war aber auch nach diesen Optimierungen nicht via Google auffindbar. Als ich genau recherchiert habe, habe ich ein Facebook Profil des Unternehmens gefunden, das aber schon seit Jahren nicht aktualisiert wurde. Darüber hat mich der Kunde nicht in Kenntnis gesetzt, weil es wahrscheinlich in Vergessenheit geraten war. Die Verbindung zwischen Social Media und SEO wurde zwar noch nicht empirisch bewiesen, aber es gibt einige deutliche Anzeichen für ihr Bestehen.

Social Media und SEO – Da gehen die Meinungen auseinander

Was Herr Mayer bestimmt weiß, ist, dass Social Media Kanäle von den ÖsterreicherInnen stark genutzt werden. Die Zahlen sind zwar bestimmt schon vielen LeserInnen bekannt, aber sie sind wichtig um das Ganze zu verstehen. In Österreich gibt es 3,6 Millionen Facebook NutzerInnen (Social Media Radar Austria, 2016), 620.000 Instagram NutzerInnen, 125.800 Twitter NutzerInnen, 683.000 LinkedIn Profile und 600.000 XING Profile. Was Herr Mayer wahrscheinlich auch weiß, ist, dass viele Leute sich nicht nur auf Google beschränken, sondern auch auf diesen Plattformen Informationen suchen. Wie oft ist mir schon passiert, dass ich auf Facebook auf einen geteilten Artikel gestoßen bin, auf dem eine Website verlinkt war zu der ich sonst vielleicht nie gekommen wäre. Stichwort: QuereinsteigerInnen. Immer mehr Leute kommen nicht auf dem klassischen Weg via Google auf eine Website, sondern über unterschiedliche soziale Plattformen.

In einem interessanten Artikel von Larry Alton, der im Online Magazin Entrepreneur veröffentlicht wurde, verwendet er einen sehr passenden Vergleich, den ich auch mit Herrn Mayer geteilt habe. Das Internet kann man sich wie eine große Bücherei mit Millionen von Büchern vorstellen. Sie ist ständig in Expansion hat aber kein zentrales Befüll-System, das macht es irrsinnig schwierig die gewünschte Information zu finden. Und genau hier kommt Google ins Spiel. Google sendet sogenannte Crawler in diese riesige, virtuelle Bücherei, die Informationen indexieren und taggen, damit wir NutzerInnen Informationen schneller finden können. Im Mai letzten Jahres ist Twitter eine Partnerschaft mit Google eingegangen und hilft der Suchmaschine dabei neue Informationen zu finden. Seither wird auch Google auf die im Sekundentakt erscheinenden Twitter Neuigkeiten aufmerksam und zeigt diese Informationen in den Suchergebnissen an.

Als Beispiel: Wenn ich „armin wolf“ in Google eingebe, sind zwei von den drei ersten Suchergebnissen, also der sogenannten SERPs, seine Social Media Kanäle – Twitter und Facebook, auf denen er sehr aktiv ist.

Mobile Ansicht der SERPs bei Google

In einem Video, hat Matt Cutt, der zu der Zeit Leiter des Google Web Spam Teams war, bestätigt, dass es eine Korrelation zwischen Suchergebnissen und Social Media Präsenz gibt, weil Google Social Media Kanäle wie Websites behandelt. Jedoch wird nicht jedes Posting oder jeder Tweet indexiert und auch die Likes oder Follower Anzahl spielt dabei keine Rolle. Es werden Stichproben genommen, die dann von Google indexiert werden.

In einer Studie von Searchmetrics, wurde ebenso eine Korrelation zwischen Sichtbarkeit in Suchmaschinen und Social Media gefunden. Dass diese besteht, lässt sich durch die oben erklärte Partnerschaft zwischen Twitter und Google, sowie das Suchverhalten der NutzerInnen erklären. Es ist aber so, dass Korrelation nicht gleich Kausalität bedeutet. Also kann ich zwar sagen, dass eine Beziehung zwischen Social Media und SEO besteht, aber nicht, dass das eine einen Effekt auf das andere hat. Es wurde zum Beispiel auch bewiesen, dass eine Korrelation zwischen Eisverkäufen und Mordfällen besteht, was aber nicht automatisch bedeutet, dass das eine einen Effekt auf das andere hat. Beides findet eher im Sommer statt, das heißt, dass die Jahreszeit eine Drittvariable ist, die beide Ereignisse gemein haben.

Linkbuilding als zentrale Verbindung

Dass Linkbuilding für SEO eine große Rolle spielt, ist ein Faktum. Auch hier gibt es eine schöne Metapher – und zwar können Links als Brücken gesehen werden, zwischen den einzelnen Seiten die Google crawlt. Wenn Herr Mayer auf seiner Facebook Seite Inhalte seiner Website postet und diese geliked und geteilt werden, kann es durchaus sein, dass mehr Leute auf seine Website aufmerksam werden. Im Best-Case Szenario wird ein/e ExpertIn, der/die einen Blog zu dem Thema betreibt, auf einen von Herrn Mayer geposteten Artikel aufmerksam, schreibt darüber und verlinkt seine Website darin. Linkbuilding ist eine zentrale Verbindung zwischen Social Media und SEO. Von einem Like oder einem Retweet alleine wird das natürlich noch nicht passieren, aber es geht um die Multiplikation solcher Ereignisse und diese führt dann zu einem SEO Boost.

Was bedeutet das jetzt für Herrn Mayer?

Es gibt Anzeichen dafür, dass eine Beziehung zwischen Social Media und SEO besteht, obwohl das eine keinen signifikanten Effekt auf das andere hat. Meine Tipps an Herrn Mayer waren folgende:

  • Die vorhandene Facebook Seite neu sortieren, d.h. diese mit relevanten Inhalten befüllen. Relevanz und Regelmäßigkeit sind hier sehr wichtig.
  • Aktiv sein auf Facebook, d.h. Seiten liken, die von Interesse sein könnten, Posts teilen und kommentieren.
  • Eine Google MyBusiness Seite erstellen, weil Herrn Mayers Unternehmen lokal ist und daher müssen die wichtigsten Kontaktinformationen für Google sichtbar sein.
  • Teil der Community werden, d.h. mit Fans in Kontakt treten, auf ihre Fragen/Wünsche eingehen.

In Herrn Mayers Fall war eine Facebook Seite, auf der aufgebaut werden konnte, schon vorhanden. Das bedeutet aber nicht, dass Facebook immer der richtige  Kanal ist. Um zu definieren welche Social Media Plattform am besten passt und ob mehrere sinnvoll wären, muss immer die Frage gestellt werden, welches Ziel das Unternehmen verfolgt und ob die Ressourcen vorhanden sind, diese Kanäle auch zu pflegen. In Herrn Mayers Fall waren Facebook und Google MyBusiness ein Anfang. Durch das über Wochen anhaltende Posten von aktuellen und relevanten Inhalten, gepaart mit den oben ausgeführten SEO Optimierungen der Website, hat es sein Unternehmen in die Google Suchergebnisse geschafft.

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